Erfurt (dpa/th) - Die Waldbrandgefahr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist weiter angespannt. Nach Angaben der Landesforstanstalt herrschte am Dienstag thüringenweit Gefahrenstufe 3, in Teilen des Forstamts Heldburg in Südthüringen sogar die zweithöchste Stufe 4. Im Laufe der Woche rechnen Meteorologen aber mit etwas Entspannung, wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte. Denn neben dem fehlenden Regen sei der warme, trockene Wind ein Grund für die Waldbrandgefahr. Da der Wind über die Woche hinweg nachlasse, werde auch die Waldbrandgefahr leicht sinken, hieß es.

Bis Ende voriger Woche hatte Thüringenforst bereits sieben Waldbrände registriert, wie Sprecher Horst Sproßmann sagte. Im zeitigen Frühjahr und im August ist die Gefahr von Waldbränden laut Sproßmann erfahrungsgemäß besonders hoch.

Zu Wochenbeginn wurden bereits weitere Feuer gemeldet. So sind am Montag zwei kleinere Brände im Thüringer Wald und bei Saalfeld ausgebrochen. In beiden Fällen sollen Lagerfeuer der Grund gewesen sein, wie Sprecher der Polizei aus Suhl und Saalfeld am Dienstag sagten. Im Thüringer Wald habe am Ausflugsziel Hoher Stein bei Steinbach-Hallenberg das Feuer etwa 16 Quadratmeter Waldfläche erfasst. Das Feuer sei zwar schon am Vortag gelöscht worden, aber wohl durch den warmen, trockenen Wind neu entfacht worden, hieß es.

Im Saalfelder Stadtteil Remschütz bauten Unbekannte eine Hütte im Wald auf und machten ein Lagerfeuer. Auch dieses sei am Vortag gelöscht, dann aber wieder entfacht worden, so ein Polizeisprecher. Etwa 20 Quadratmeter Wald seien von dem Brand erfasst worden. Die Freiwillige Feuerwehr sei mit etwa 20 Einsatzkräften vor Ort gewesen. Die Polizei vermutet, dass Jugendliche wegen der Corona-Beschränkungen auf Treffen im Wald ausgewichen seien.

In beiden Fällen wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Übersicht Waldbrandgefahr in Thüringen