Chemnitz (dpa) - Fast 19 Jahre nach dem Tod von Stefan Heym wird in Chemnitz ein Forschungs- und Ausstellungszentrum zu Leben und Werk des Schriftstellers eröffnet. Dort wird auch seine Arbeitsbibliothek dauerhaft der Forschung zugänglich gemacht. Sie umfasse mehrere Tausend Bände, von denen ein Großteil im Originalmobiliar aus Heyms Haus in Berlin ausgestellt werde, teilte die Stefan-Heym-Gesellschaft mit. Das Stefan-Heym-Forum soll am heutigen Nachmittag (16.00 Uhr) im Kulturzentrum "Tietz" im Stadtzentrum eröffnet werden.

Heym (1913-2001), der eigentlich Helmut Flieg hieß, wurde in einem deutsch-jüdischen Elternhaus in Chemnitz geboren. Er floh vor den Nationalsozialisten in die USA und lebte ab 1952 in der DDR, wo er zu einer wichtigen Stimme der oppositionellen Literatur wurde. Mit Romanen wie "Der König-David-Bericht", "5 Tage im Juni" und "Schwarzenberg" gilt er als einer der wichtigsten Autoren der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte. In den 1990er Jahren saß er zudem zeitweise für die damalige PDS im Bundestag.

Stefan-Heym-Gesellschaft zur Arbeitsbibliothek