Halberstadt (dpa/sa) - Die Feuerwehr in Halberstadt kämpft mit zahlreichen nächtlichen Fehlalarmen in der örtlichen Erstaufnahme für Asylsuchende. Nachdem sich die ehrenamtlichen Helfer bitter über die Zustände beklagt hatten, sagten das Innen- und das Finanzministerium am Mittwoch Abhilfe zu. Es soll nun eine zeitliche Verzögerung bis zur Alarmierung der Feuerwehr eingeführt werden. Damit kann der stets anwesende Wachschutz bei einem Feueralarm zunächst prüfen, ob es tatsächlich brennt.

"Da der Wachschutz personell verstärkt und einige technische Voraussetzungen geschaffen werden müssen, geht die Neuregelung des Alarmierungssystems ab Ende Juli in Dienst", erklärte die Feuerwehr. Damit seien die Forderungen der Helfer voll erfüllt. Die ursprünglich für diesen Donnerstag geplante Protestdemonstration wurde abgesagt.

Zuvor waren mehrere schriftliche Hilferufe an das landeseigene Baumanagement BLSA und das Innenministerium ohne Reaktion geblieben, wie Feuerwehr-Sprecher Chris Buchold sagte.

Seit dem Frühjahr nehme das Problem wieder zu, dass in der Erstaufnahme für Asylsuchende der Knopf für den Brandfall gedrückt werde, ohne dass es brenne, sagte Buchold. Allein im Juni seien die Retter deswegen bisher zwölf Mal ausgerückt, nicht selten nachts. Für die gut 40 Ehrenamtlichen der betroffenen Ortsfeuerwehr sei das sehr belastend. Laut Innenministerium wurde im März 16 Mal missbräuchlich der Alarm ausgelöst, im April zwei Mal.

In der Erstaufnahme werden zunächst alle neu ankommenden Asylsuchenden untergebracht. Geflüchtete, die kaum oder keine Chance auf Schutz haben, dürfen bis zu 18 Monate dort untergebracht werden - und werden mitunter direkt von dort wieder in ihre Herkunftsländer abgeschoben.