Neustrelitz/Gardelegen (dpa) - In Neustrelitz ist am Sonntag eine umfassende Werkschau des Malers Wolfram Schubert eröffnet worden. Es ist seit 30 Jahren die erste große Ausstellung des 93-jährigen Künstlers, der in der DDR lange Vorsitzender des Bezirksverbandes Bildender Künstler in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) war.

Kunstwissenschaftlerin Susanne Tippach-Schneider nannte Schubert im Kulturquartier einen "lebensbejahenden Weltumarmer", dessen Schaffen in drei Etappen geteilt werden kann. Dazu zähle die Berliner Zeit, als Schubert nach fünf Jahren Kriegsgefangenschaft 1949 das Malen begann, die Neubrandenburger Jahre als er zu einem einflussreichen Kulturfunktionär wurde und die dritte Phase nach 1990 als der Künstler in Potzlow (Brandenburg) lebte und arbeitete.

Gezeigt werden etwa 30 Arbeiten aus 60 Schaffensjahren, darunter Alltagsbilder von Familien, Porträts, Stillleben und Grafiken. Schubert hat das Gros seines Werks dem "Archiv Bildende Kunst - Mecklenburgische Seenplatte" überlassen, das der Landkreis eingerichtet hat, um wichtige Zeugnisse der regionalen Kunst- und Kulturgeschichte aus der DDR-Zeit und danach zu sichern. Er lebt nun in Gardelegen (Sachsen-Anhalt). Nach 1990 waren einige seiner Werke im öffentlichen Raum verschwunden, jetzt hat der Künstler aber ein Umdenken ausgemacht.

So wurden riesige Wandbilder in Neubrandenburg unter Denkmalschutz gestellt und sein Werk "Kampf und Sieg der Arbeiterklasse" (1969) in der damaligen Bezirksleitung der SED, dem heutigen Rathaus, soll nach der Verdeckung 1990 wieder freigelegt werden.

Kulturquartier