Magdeburg (dpa/sa) - Die CDU-Fraktion im Magdeburger Landtag verliert ein Mitglied. Der bisher parteilose Jens Diederichs werde die Reihen der CDU-Fraktion im Januar verlassen, sagte eine Sprecherin am Freitag. Das habe Diederichs mündlich mitgeteilt. Als Grund habe der 56-Jährige angegeben, künftig für die Freien Wähler aktiv sein zu wollen. Die CDU-Fraktion lässt Abgeordnete in ihren Reihen nur zu, wenn sie ein Parteibuch der Christdemokraten haben oder gar keins. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.

Für Diederichs ist es schon der zweite Wechsel der Bankreihen im Magdeburger Landtag. Er war bei der Landtagswahl im Frühjahr 2016 für die AfD angetreten und hatte in Eisleben in Mansfeld-Südharz das Direktmandat gegen den CDU-Kandidaten gewonnen. Im Sommer 2017 trat er aus der damals völlig zerstrittenen AfD-Fraktion aus und gab sein Parteibuch zurück. Eine Woche später nahm ihn die CDU als Gast in ihre Fraktionsreihen auf.

Das sorgte vor allem in der CDU in Mansfeld-Südharz für heftige Proteste und Unruhe. Es galt als ausgeschlossen, dass der dortige Kreisverband Diederichs für die nächste Landtagswahl aufstellen oder ihn in die Partei aufnehmen würde. Jetzt hat sich Diederichs stattdessen mit den Freien Wählern einer weiteren Partei zugewandt. "Das ist eine interessante Aufgabe", sagte Diederichs der "Mitteldeutschen Zeitung". So könne er auch nach der nächsten Wahl 2021 politisch aktiv sein.

Die CDU-Fraktion verliert damit im Januar eine Stimme und hat wieder ihre ursprünglichen 30 Mitglieder. Auch die Mehrheit der schwarz-rot-grünen Koalition wird damit etwas kleiner. Sie kommt zusammen auf 46 der 87 Stimmen im Landtag. Die Zahl der fraktionslosen Abgeordneten wächst auf 4. Sie alle waren ursprünglich für die AfD in den Landtag eingezogen. Prominentester Fraktionsloser ist der frühere AfD-Chef André Poggenburg.

Bericht der Mitteldeutschen Zeitung