Erfurt (dpa/th) - Freitag, der 13. ein rabenschwarzer Unglückstag? Dieser Aberglaube sei heute nicht mehr präsent in der Gesellschaft, sagt Brauchtums-Experte Peter Fauser. "Heute spricht man eigentlich nur noch ironisch darüber", so Fauser vom Museum für Thüringer Volkskunde in Erfurt.

Zwar gebe es nach wie vor Straßen ohne eine Hausnummer 13. Das rühre aber aus Einstellungen zur Bauzeit her. Statistisch gebe es keine Beweise dafür, dass sich an einem Freitag, den 13. mehr Unglücke ereigneten als an anderen Tagen.

Die Bedeutung der 13 als Unglückszahl lasse sich auf verschiedene Quellen zurückführen. Man finde sie in der Bibel, aber auch in Märchen, oft mit negativer Bedeutung erklärt Fauser. "Die 13 galt im Gegensatz zur 12 als eine unvollkommene Zahl." Auch dass der Freitag ein "Unglückstag" sein solle, lasse sich über das Christentum erklären: Jesus soll an einem Freitag gekreuzigt worden sein.

Grundsätzlich stamme viel Aberglaube aus historischen Lebens- und Produktionsweisen, die mit vielen Unsicherheiten verknüpft waren, erklärt Fauser. "Wenn sich die Menschen etwas nicht erklären konnten, haben sie sich allerlei Hokuspokus ausgedacht." So habe sich gerade in ländlichen Gebieten Aberglaube mit den Lebenserfahrungen gemischt.