Magdeburg (dpa/sa) - Eine aktuell größere Verbreitung von Corona-Mutationen in Sachsen-Anhalt halten Experten der Uniklinik in Magdeburg für unwahrscheinlich. "Durch die eingeschränkte Reisetätigkeit haben sie sich hoffentlich nicht so rasch unerkannt verbreitet", sagte Achim Kaasch, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, in einem Interview mit der "Volksstimme" (Freitag). Ausschließen könne er es aber nicht.

In den 400 Proben, die sein Team bisher untersucht habe, sei sechs Mal die britischen Variante festgestellt worden. "Das wären 1,5 Prozent. Daraus leite ich ab, dass die Varianten hier nicht für das hauptsächliche Infektionsgeschehen verantwortlich sind", sagte Kaasch. Wie hoch der Anteil der Infizierten in Sachsen-Anhalt ist, die an einer der verschiedenen Mutationen des Virus erkrankt sind, könne er nicht genau sagen.

Sachsen-Anhalt arbeitet daran, die Kapazitäten für die sogenannte Genom-Sequenzierung zu erweitern. So soll nach Aussage des Sozialministeriums auch das Landesamt für Verbraucherschutz bald selbst sequenzieren können. In Halle würden bereits in geringen Mengen Proben untersucht. Die Landesregierung hat als Ziel genannt, fünf Prozent der positiven Corona-Tests überprüfen zu wollen.

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