Magdeburg (dpa/sa) - In Magdeburg haben Ermittler eine mutmaßliche Fälscherwerkstatt für Ausweise entdeckt. Am Mittwoch durchsuchten etwa 220 Beamte drei Wohnungen und die als Büro getarnte Werkstatt, wie die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle am Donnerstag mitteilte. Sie stellten Datenträger und Fälschungsutensilien wie Drucker, Druckplatten, Siegel, Chemikalien und Folienelemente sicher. Es handelte sich um eine Aktion der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität, und der Bundespolizei.

Drei Beschuldigte im Alter von 23 bis 24 Jahren sollen seit Juni 2018 im Darknet auf verschiedenen Marktplätzen unter einem Pseudonym Rezepte, vorläufige deutsche Personalausweise sowie Ausweisdokumente aus Österreich, Italien, Tschechien, Polen und Ungarn angeboten haben. Sie sollen einen Gewinn von rund 45 000 Euro erzielt haben. Es sei in der Kryptowährung Bitcoin gezahlt worden.

Die beiden 24 Jahre alten Hauptbeschuldigten wurden nach Hessen gebracht, wo ihnen am Donnerstag die gegen sie erlassenen Haftbefehle des Amtsgerichts Gießen verkündet wurden. Ihnen wird den Angaben zufolge gemeinschaftliche, gewerbsmäßige Urkundenfälschung in 140 Fällen vorgeworfen. Der dritte Beschuldigte im Alter von 23 Jahren ist auf freiem Fuß.

Allen drei nicht vorbestraften Beschuldigten droht laut Bundespolizei im Fall einer Verurteilung eine mehrjährige Gesamtfreiheitsstrafe.

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