Magdeburg (dpa/sa) - Der Bundestagsabgeordnete Frank Sitta bleibt der Spitzenmann der FDP in Sachsen-Anhalt. Der 40-Jährige aus Halle wurde bei einem Parteitag in Magdeburg am Samstag mit knapp 73 Prozent Zustimmung als Landeschef bestätigt. Vor zwei Jahren hatte er 87 Prozent erreicht. Auch die Stellvertreter Lydia Hüskens und Marcus Faber wurden wiedergewählt. Keiner der drei hatte Gegenkandidaten.

Die mehr als 100 Delegierten stimmten sich auch auf die Kommunal- und Europawahlen in knapp zwei Monaten ein. Die wichtigsten kommunalen Themen seien der Ausbau der digitalen Infrastruktur und die Schullandschaft, sagte Sitta. Dabei gehe es sowohl um die Sachausstattung als auch darum, keine weiteren Schulen zu schließen.

Beim Internet geht es den Liberalen um schnelle Breitbandanschlüsse und auch um den flächendeckenden Ausbau der neuen Mobilfunkgeneration 5G. Derzeit stehe Sachsen-Anhalt beim Breitband auf dem letzten Platz, sagte der Stendaler Bundestagsabgeordnete Faber. "Nicht nur privat freut man sich, wenn man mit seinem Handy mal Empfang hat, sondern die Unternehmen brauchen das, weil es überlebenswichtig ist." Das gelte nicht nur für die Industrie, auch Handwerker müssten inzwischen mit großen Datenmengen hantieren, so Faber.

Der Landesparteitag stimmte einstimmig für den Wahlaufruf, der auch die Forderung aufstellt, die Städte und Gemeinden mit Freiräumen sowie Kultur- und Freizeitangeboten attraktiver zu machen, um junge Menschen und Familien im Land zu halten. Außerdem sollen das Ehrenamt gestärkt und der öffentliche Nahverkehr verbessert werden.

Die Partei tritt nach eigenen Angaben mit rund 350 Kandidaten für die Kommunalwahl an. Ziel sei es, wieder in allen Parlamenten vor Ort vertreten zu sein, sagte FDP-Chef Sitta. Landesweit wollen die Liberalen mindestens 6 Prozent holen. Bei der letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren hatten sie 4,5 Prozent erreicht. Damals habe die Partei im Stimmungstief gehangen. "Jetzt haben wir guten Rückenwind."

Die Landes-FDP hatte auch den ostdeutschen Kandidaten für die Europawahl, Robert-Martin Montag, zu Gast. Die Liberalen müssten um ein Europa der Freiheit kämpfen, sagte er. "Gute Politik macht man nicht, indem man den Menschen jeden Tag Angst macht." Es brauche Mut und Optimismus. "Wir sind keine Pessimisten, wir sollten also auch Europa nicht den Pessimisten überlassen." Die Kommunal- und Europawahlen sind am 26. Mai.