Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt soll es ein Azubi-Ticket geben - die Konditionen sind aber noch ungeklärt. "Es geht nicht um die Frage, ob und wie wir ein Azubi-Ticket einführen, sondern darum, ab wann und wer es bezahlt", erklärte Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) am Montag in Magdeburg. Das Geld könne nicht aus dem Haushalt des Verkehrsressorts kommen, hieß es weiter.

Genau das aber fordert die SPD. Ihre Partei veranschlage dafür rund zehn Millionen Euro pro Jahr, sagte Fraktionsvorsitzende Katja Pähle. Der Doppelhaushalt 2020/21 sei die letzte Chance, ein solches Vorhaben in dieser Legislaturperiode auf den Weg zu bringen. "Es gilt jetzt die Weichen zu stellen, damit unsere Azubis den Zug noch erreichen", sagte Pähle.

Der Vorschlag seines Ministeriums sehe vor, dass das Ticket für alle Fahrten der Azubis gilt und nicht nur für die Berufsschulwege, so Webel. Die Azubis sollen einen Eigenanteil von 65 Euro leisten. Die Gesamtkosten würden bei rund 180 Euro pro Monat liegen, die Differenz sollen das Ministerium für Arbeit und das Ministerium für Bildung ausgleichen.

Laut Verkehrsministerium könnte das Azubi-Ticket zum Jahresbeginn 2020 eingeführt werden, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind. Nötig seien entsprechend einer Kalkulation etwa 10 bis 13 Millionen Euro pro Jahr. Voraussetzung sei, dass das Ticket von fünf bis maximal zehn Prozent der Auszubildenden im Land genutzt wird. Wenn mehr junge Leute vom Angebot Gebrauch machten, werde es teurer.

Die SPD schlägt ab dem 1. August 2020 eine zweijährige Pilotphase vor, um den tatsächlichen Bedarf und Aufwand zu ermitteln. Der Monatspreis für das Ticket soll maximal 50 Euro im Jahresabo betragen. Profitieren sollen alle, die in Sachsen-Anhalt eine Ausbildung absolvieren. Andere Bundesländer hätte eine solche Regelung längst. So könne mit dem sächsischen Azubi-Ticket auch der länderübergreifende Nahverkehr nach Sachsen-Anhalt genutzt werden. Umgekehrt gehe das nicht.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Holger Hövelmann, sieht im Azubi-Ticket einen wichtigen Standortfaktor und einen Beitrag zur Fachkräftegewinnung. Er will die Unternehmen motivieren, die Kosten des Tickets für ihre Auszubildenden zu übernehmen. Eine bessere Werbung für ausbildende Betriebe gebe es nicht, so Hövelmann.

Pressemitteilung Verkehrsministerium