Magdeburg (dpa/sa) - Der Chef der AfD im Magdeburger Landtag, Oliver Kirchner, will Spitzenkandidat seiner Partei bei der Landtagswahl im kommenden Sommer werden. Zehn der 14 Kreisverbände seien mit der Bitte an ihn herangetreten, zu kandidieren, sagte der 54-Jährige am Mittwoch. Er stehe zur Verfügung. "Ich habe auch von keinem anderen gehört, der es machen will." Laut Kirchner wird die AfD am 19. und 20. Dezember bei einem Parteitag in Magdeburg ihre Listen für die Landtags- und die Bundestagswahl aufstellen. Sie sitzt seit 2016 im Magdeburger Parlament und wurde aus dem Stand mit fast einem Viertel der Wählerstimmen zweitstärkste Kraft.

Nachdem der Fraktions- und Parteichef André Poggenburg im Streit die AfD verließ, rückte Kirchner 2018 als Kompromisskandidat der zerstrittenen Fraktion an die Spitze auf. Der gelernte Kfz-Mechaniker ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der Magdeburger gilt als Anhänger des offiziell aufgelösten "Flügels" um den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Strömung als rechtsextremistische Bestrebung ein und beobachtet sie mit nachrichtendienstlichen Mitteln. In Sachsen-Anhalt wird am 6. Juni 2021 ein neuer Landtag gewählt.