Magdeburg (dpa) - Erst Gewaltverbrechen, dann jahrelanger Rentenbetrug: Weil eine weitgehend geständige Frau einen Senioren im Harz getötet und über Jahre die Rente kassiert haben soll, muss sie sich von heute an vor dem Landgericht Magdeburg verantworten. Die heute 62 Jahre alte Angeklagte hatte zugegeben, ihren Nachbarn im Streit erst mit einem Messer und dann mit einem Beil angegriffen und so schwer verletzt haben, dass er starb. Die Anklage lautet auf Totschlag. Die Leiche habe sie vergraben.

Anschließend kassierte die Frau die Rente des Mannes - mutmaßlich von 2004 bis 2015. Sie habe den alten Mann seit längerer Zeit in dessen Wohnung versorgt und betreut.

Passiert ist die Tat im Ballenstedter Ortsteil Rieder. Nur wann, muss der Prozess zeigen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Tötungsverbrechen nach dem 20. Mai 2001 geschah, das Opfer soll zum Tatzeitpunkt 81 Jahre gewesen sein. Die 62-jährige Deutsche spricht hingegen von 1995. Dann wäre die als Totschlag eingestufte Tat nach 20 Jahren verjährt.

Das Gericht hat zunächst insgesamt sechs Verhandlungstage bis Anfang September vorgesehen. Es sollen zwölf Zeugen und zwei Sachverständige befragt werden.