Köthen (dpa/sa) - Vor einer geplanten Demonstration mehrerer rechtsgerichteter Gruppierungen haben in der Köthener Jakobskirche Hunderte Menschen einen Friedensgottesdienst gefeiert. "Die Stimmung in der Stadt ist ganz ohne Zweifel angespannt", sagte der Kirchenpräsident der Anhaltischen Landeskirche, Joachim Liebig, am Sonntagnachmittag. Er äußerte die Hoffnung, dass sich keine Köthener der Demonstration mehrerer rechter Gruppierungen anschließen. Er warb dafür, miteinander ins Gespräch zu kommen darüber, wie man künftig miteinander leben wolle.

Zu den Gottesdienstbesuchern gehörte der stellvertretende Landtagspräsident Wulf Gallert (Linke). Er sagte, die Demokratie müsse entschieden verteidigt werden. Köthen dürfe nicht zum Aufmarschplatz rechter Kräfte werden. Fremdenhass und Rassismus dürften nicht die Straßen erobern. Aus Protest gegen die anreisenden Demonstranten hatten die Köthener am Vortag ihren Marktplatz bunt angemalt mit Friedenszeichen.

Für den späten Nachmittag haben eine Woche nach dem Tod eines 22-Jährigen nach einem nächtlichen Streit in Köthen mehrere rechtsgerichtete Gruppierungen, darunter das fremdenfeindliche Dresdner Pegida-Bündnis, zu einer Demonstration aufgerufen. Auch einen Gegendemonstration ist angekündigt. Die Polizei war am Sonntag sehr präsent in der Köthener Innenstadt, der Marktplatz wurde mit Absperrgittern gesichert.

Nach Behördenangaben starb der schwer herzkranke 22-Jährige an einem Infarkt, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen mehreren afghanischen Staatsbürgern eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde. Zwei 18 und 20 Jahre alte Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

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