Leuna (dpa/sa) - Der Gaskonzern Linde verdoppelt im Chemiepark Leuna im Saalekreis seine Kapazitäten für flüssigen Wasserstoff. Statt bislang fünf sollen am Standort künftig bis zu zehn Tonnen täglich hergestellt werden, wie das Unternehmen mitteilte. Am Mittwoch begannen die Bauarbeiten für die neue Produktionsanlage mit einem symbolischen Spatenstich. Ab 2021 soll die neue Anlage arbeiten.

Vor Ort wird gasförmiger Wasserstoff auf minus 253 Grad Celsius heruntergekühlt, um ihn zu verflüssigen und dann in Spezial-Lastwagen zu laden. Der gasförmige Rohstoff enthalte bei gleichem Volumen deutlich weniger Energie, hieß es. Wird er flüssig an die Kunden ausgeliefert, sind deutlich weniger Fahrten nötig. Zu den größten Abnehmern zähle die sächsische Elektronikindustrie, die verflüssigten Wasserstoff einsetze, um Halbleitertechnik zu fertigen.

Leuna ist den Angaben zufolge einer von drei Standorten in Europa, in denen Wasserstoff verflüssigt wird. Das Unternehmen verzeichne eine stark steigende Nachfrage, sagte der Linde-Geschäftsleiter für Zentraleuropa, Jens Waldeck. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) begrüßte die Erweiterung. "Linde prägt seit Jahrzehnten den Chemiepark Leuna maßgeblich mit und ist einer der größten Arbeitgeber der Region."

Linde ist im wichtigsten deutschen Aktienindex DAX notiert und machte nach eigenen Angaben im vorigen Jahr einen Umsatz von 24 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigt der Konzern nach eigenen Angaben rund 80 000 Mitarbeiter, davon mehr als 500 in Leuna.

Informationen zum Linde-Standort Leuna

Mitteilung des Unternehmens zur Erweiterung der Produktion in Leuna