Berlin (dpa) - AfD-Chef Alexander Gauland hat dem SPD-Politiker Michael Roth eine "ungeheuerliche Entgleisung" vorgeworfen. Roth, Kandidat für den SPD-Vorsitz und Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, hatte in einem Interview der "Welt" (Samstag) gesagt: "Im Deutschen Bundestag und in den Landtagen sitzt der politische Arm des Rechtsterrorismus. Und das ist die AfD."

Damit habe Roth alle Grenzen des guten Geschmacks und der demokratischen Sitten überschritten, erklärte Gauland am Sonntag. Ein Kabinettsmitglied sei im besonderen Maße zur parteipolitischen Zurückhaltung und Neutralität verpflichtet.

"Der Europa-Staatsminister wirft aber jede Hemmung über Bord und instrumentalisiert den antisemitischen Anschlag eines wahnsinnigen Rechtsextremisten, um eine demokratisch legitimierte Partei und ihre gewählten Abgeordneten in ehrverletzender Weise zu diffamieren und zu kriminalisieren", sagte der AfD-Fraktionschef. "Kein Wahlkampf und keine Kandidatur um den SPD-Vorsitz kann eine derartige Ungeheuerlichkeit rechtfertigen." Roth habe sich damit für jedes Amt disqualifiziert.