Magdeburg (dpa/sa) - Am Vorabend des 75. Jahrestags der Auflösung des KZ-Außenlagers Magda wird in Magdeburg an das Schicksal der dort gequälten und ermordeten Juden erinnert. Nur wenige der 2170 ungarischen Juden, die von der SS für die Werke der Braunkohle Benzin AG versklavt worden waren, überlebten die Qualen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Ungarns Botschafter Peter Györkös haben ihre Teilnahme an der Veranstaltung am Samstag angekündigt. Mit dem Gedenken wollen die Veranstalter rund um den Verein Neue Synagoge Magdeburg auch das Engagement für zukünftiges jüdisches Leben hervorheben.

Das Lager Magda als Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald bestand vom 17. Juni 1944 bis zum 9. Februar 1945. "Hunderte Entkräftete, die sich wirtschaftlich länger nicht rechneten, schickten "Magdas" Herren über Buchenwald, Auschwitz und Bergen-Belsen in den Tod", erinnert eine Gedenktafel im Stadtteil Rothensee an das Schicksal der Häftlinge. Franka Bindernagel, Mitautorin des Buches "Ein KZ in der Nachbarschaft", das sich erstmals mit der Geschichte des Lagers Magda beschäftigte, wird über das Lager und die Häftlinge sprechen.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung soll es um die Zukunft der heutigen Juden in Magdeburg gehen. Die Klezmer-Band "Rozhinkes Instrumental" aus Leipzig wird Jüdische Volksmusik spielen, bei der Spenden für die neue Synagoge gesammelt werden.