Magdeburg (dpa) - Der Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle könnte erneut verlängert werden. Für das seit Juli laufende Verfahren seien weitere Termine bis zum 16. Dezember anberaumt worden, teilte das Oberlandesgericht Naumburg am Montag mit. Ursprünglich war der Prozess bis Mitte Oktober geplant gewesen. Nachdem sich die Befragung von Zeugen hingezogen hatte, hatte das Gericht bereits im August weitere Termine im November angesetzt. Ob die weiteren Termine alle benötigt werden, sei derzeit jedoch nicht absehbar, so das Gericht. Denkbar sei, dass bereits am 17. November die Schlussvorträge gehalten werden können.

Seit dem 21. Juli läuft vor dem Oberlandesgericht Naumburg der Prozess gegen den Sachsen-Anhalter Stephan Balliet. Die Verhandlung findet aus Platzgründen im Landgericht Magdeburg statt. Der 28 Jahre alte Angeklagte hatte zu Prozessbeginn eingeräumt, am 9. Oktober 2019 schwer bewaffnet versucht zu haben, in der Synagoge von Halle ein Massaker anzurichten. Dort feierten zu dem Zeitpunkt 52 Menschen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. Nachdem er nicht in die Synagoge gelangt war, erschoss der Mann eine zufällig vorbeikommende Passantin und später einen 20-Jährigen in einem Dönerimbiss.

In Halle sind am Freitag, wenn sich der Anschlag das erste Mal jährt, zahlreiche Gedenkveranstaltungen geplant. So sollen vor der Synagoge und vor dem Dönerimbiss Gedenktafeln enthüllt werden, es soll eine Schweigeminute, eine Menschenkette und eine Gedenkfeier geben. Neben Überlebenden und Hinterbliebenen wird dazu auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet.