Magdeburg (dpa) - Der rechtsextreme Attentäter von Halle ist nach Überzeugung des Oberlandesgerichts Naumburg gefährlich für die Menschheit. Die Gesellschaft müsse vor dem 28-Jährigen geschützt werden, deswegen habe das Gericht neben lebenslanger Haft auch die Sicherungsverwahrung angeordnet, sagte die Vorsitzende Richterin Ursula Mertens am Montag in Magdeburg. Der Angeklagte habe nicht mal einen Anflug von Reue gezeigt.

Viele Momente in dem Prozess seien unerträglich gewesen, sagte die Richterin. Dabei versagte Mertens die Stimme und ihr kamen die Tränen. "Dieses Verfahren stellt alles in den Schatten." Direkt an den Angeklagten gewandt sagte sie: "Sie sind ein fanatisch ideologisch motivierter Einzeltäter. Sie sind antisemitisch, ausländerfeindlich. Sie sind ein Menschenfeind."

Das Gericht verurteilte den 28-Jährigen am Montag zur höchstmöglichen Strafe. Er hatte am 9. Oktober 2019 versucht die Synagoge von Halle zu stürmen und ein Massaker anzurichten. Er gelangte jedoch nicht aufs Gelände. Vor der Synagoge ermordete er dann die 40 Jahre alte Passantin Jana L. und in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss den 20-jährigen Kevin S. Auf der anschließenden Flucht verletzte er weitere Menschen.