Magdeburg (dpa) - Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne hat sich gegen eine Impfpflicht für Pflegekräfte ausgesprochen. Sie halte es weiterhin für besser, auf Aufklärung und Freiwilligkeit zu setzen, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag in Magdeburg. Es sei bereits zu erkennen, dass die anfängliche Zurückhaltung bei vielen Ärzten und Pflegekräften angesichts der Erfahrungen mit den Impfungen nachlasse. Sie bekomme gespiegelt, dass die Impfbereitschaft in der Pflege in Sachsen-Anhalt inzwischen bei bis zu 75 Prozent der Belegschaft liege.

Zuvor hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen ins Spiel gebracht. Wenn man höre und lese, dass sich dort wenige Pflegekräfte impfen lassen wollten, müsse man darüber diskutieren. "Der deutsche Ethikrat sollte sich damit beschäftigen", sagte der CSU-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin".

Auch Vertreter der Pflegekräfte lehnen eine solche Verpflichtung hingegen ab. Es brauche mehr Informationen über die Impfungen und die Wirkungen, sagte eine Sprecherin des Regionalbereichs Südost des Berufsverbands für Pflegeberufe. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben bundesweit rund 20 000 Pflegende und davon rund 1000 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mit einem Zwang werde möglicherweise das Gegenteil des Erwünschten erreicht.

In Sachsen-Anhalt wurden nach Behördenangaben bisher mehr als 24 000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft (Stand: 12. Januar). Mit fast 12 000 wurde fast die Hälfte von ihnen aus beruflichen Gründen mit dem Vakzin versorgt. Außer Pflegende und Beschäftigte von Krankenhäusern sind laut Prioritätensetzung der Bundesregierung bisher Menschen über 80 Jahre impfberechtigt, weil sie ein deutlich höheres Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken.

Mitteilung des Regionalverbands des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern