Magdeburg (dpa/sa) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat an die Politik appelliert, bei der Wiederöffnung der Schulen die Kinder und Lehrer ausreichend zu schützen. Der Bildungsminister könne zwar anweisen, welche Klassen zuerst wieder unterrichtet werden sollten, teilte die GEW am Dienstag in Magdeburg mit. Kommunen und Kreise als Schulträger seien aber für die Verbesserung der Hygienevorschriften und des Infektionsschutzes vor Ort zuständig.

Es gehe nicht nur darum, wie viele Schülerinnen und Schüler in einen Klassenraum dürften. Es müssten auch Desinfektionsmittel und Mundschutz in den Schulen bereitstehen. Zudem müsse darüber geredet werden, dass Klassenräume und vor allem Toiletten täglich intensiv gereinigt werden. Zahlreiche Schulträger hätten wegen knapper Kassen in den vergangenen Jahren nur das Notwendigste veranlasst.

Die Bildungsgewerkschaft wies zudem darauf hin, dass Lehrkräfte bisher nicht zu den systemrelevanten Berufen gehörten und ihren eigenen Kindern daher keine Notbetreuung zustehe. Sie forderte zudem, den arbeitsmedizinischen Dienst bei der Planung der Schulöffnungen einzubeziehen, um Vorerkrankungen und Gefährdungen zu beurteilen. Zwei Drittel der Unterrichtenden seien 50 Jahre oder älter, das seien fast 10.000 Beschäftigte.