Magdeburg (dpa/sa) - Lebensmittelproduzenten in Sachsen-Anhalt müssen sich auf Warnstreiks einstellen: Die erste Runde der Tarifverhandlungen für gut 3000 Beschäftigte der Branche sind ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen, wie die Tarifpartner am Dienstag mitteilten. Ein zunächst geplanter zweiter Verhandlungstermin sei abgesagt worden, hieß es.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststäten (NGG) kündigte Arbeitskampfmaßnahmen an. "Die Blockade der Arbeitgeberseite lässt uns keine Wahl", sagte NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig. "Es wird in den kommenden Wochen zu Warnstreiks kommen." Die Gewerkschaft fordert eine Angleichung der Löhne an das Verdienstniveau in Westdeutschland. Nach NGG-Angaben betragen die Lohnunterschiede zu vergleichbaren Betrieben in westdeutschen Bundesländern bis zu 876 Euro im Monat.

Nach Angaben des Verbands der Ernährungswirtschaft (VdEW), der die Arbeitgeberseite in den Verhandlungen vertritt, entsprechen die Forderungen der Gewerkschaft Lohnerhöhungen von 30 bis 40 Prozent. Das sei völlig unrealistisch, kritisierte VdEW-Geschäftsführer Michael Andritzky. Die Tariflöhne in der Branche seien in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung überproportional gestiegen.

Zum Tarifgebiet gehören nach Gewerkschaftsangaben unter anderem die sachsen-anhaltinischen Standorte der Sektkellerei Rotkäppchen und des Salat- und Feinkostherstellers Homann. Die Ernährungsbranche ist ein wichtiger Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt, insgesamt arbeiten laut Regierung etwa 22 500 Menschen im Land in der Essensproduktion.