Halle (dpa/sa) - Die Grabungen in der rund 4000 Jahre alten Siedlung am Ringheiligtum bei Pömmelte (Salzlandkreis) starten am 1. April. "Wir hoffen bis September die komplette Siedlung auszugraben", sagte Franziska Knoll, Archäologin am Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas der Universität Halle, der Deutschen Presse-Agentur. Die Archäologen gehen davon aus, dass in der frühbronzezeitlichen Siedlung bei Pömmelte die Menschen der über 3600 Jahre alten "Himmelsscheibe von Nebra" lebten.

"Die größte mitteldeutsche Siedlung aus dieser Epoche erstreckte sich deutlich über einen halben Kilometer und umfasste mehr als 37 Häuser", sagte Knoll. Geplant sei, auf rund 29 000 Quadratmetern zu graben. Außerdem soll eine frühbronzezeitliche Siedlung knapp einen Kilometer neben dem Ringheiligtum in Richtung Schönebeck (Salzlandkreis) untersucht werden.

Zudem zeigten Luftbildaufnahmen Knoll zufolge eine 6000 Jahre alte Grabenanlage aus der sogenannten Baalberge-Kultur (vor 6200 bis 5100 Jahren), benannt nach dem Ort Baalberg (Salzlandkreis), wo diese Kultur im Jahr 1901 erstmals entdeckt wurde. "Dieses Grab wird freigelegt. Mitunter finden sich darin eine oder mehrere Bestattungen", sagte Knoll.

Für Juli war geplant, dass englische Studenten der Universität Southampton (England) mitgraben. Das sei angesichts der Corona-Pandemie ungewiss, hieß es.

Landesmuseum für Vorgeschichte