Magdeburg (dpa/sa) - Die Grünen in Sachsen-Anhalt befürchten nach der Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten von Thüringen mit Stimmen von CDU und AfD Verhältnisse wie im Nachbarland. "In Sachsen-Anhalt wird es am 6. Juni 2021 um die Frage gehen, ob Nazis durch CDU und FDP mit an die Macht gelassen werden", kommentierte der Landesvorsitzende Sebastian Striegel am Mittwoch die Ereignisse in Erfurt. Er bezog sich dabei auf den Termin der Landtagswahl im kommenden Jahr in Sachsen-Anhalt.

"Wer CDU oder FDP wählt, wird mit einer Regierungsbeteiligung der AfD-Beteiligung aufwachen", fügte er hinzu. Landesvorsitzende Susan Sziborra-Seidlitz warf zugleich einen Blick in die Vergangenheit: "Thüringen war 1930 das erste Land mit NSDAP-Beteiligung an der Landesregierung." Sie warf FDP und CDU einen kalkulierten Tabubruch vor.

Kemmerich war zuvor im Thüringer Landtag mit 45 Stimmen überraschend zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Amtsinhaber Ramelow kam im dritten Wahlgang lediglich auf 44 Stimmen. Der AfD-Kandidat bekam nicht einmal aus der AfD-Fraktion eine Stimme.