Köthen (dpa/sa) - Im Tarifstreit im öffentlichen Dienst haben nach Gewerkschaftsangaben rund 70 Kita-Erzieherinnen in Köthen die Arbeit niedergelegt. Sie beteiligten sich am Freitag an ganztägigen Warnstreiks. Betroffen waren alle sechs kommunalen Kindertagesstätten in Köthen, wie ein GEW-Sprecher sagte. Alle 120 dort Beschäftigten seien von den Gewerkschaften GEW und Verdi zum Warnstreik aufgerufen worden. Etwas mehr als die Hälfte habe sich beteiligt.

Die Eltern wurden vorab über die Aktion informiert, wie eine Stadtsprecherin in Köthen sagte. Die Verwaltung habe die Eltern gebeten, möglichst eine andere Betreuungsmöglichkeit zu finden. Für Kinder, bei denen das nicht möglich gewesen sei, seien Plätze in anderen Einrichtungen gefunden worden. "Niemand stand vor verschlossener Tür", hieß es.

Derzeit laufen Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro im Monat. Die Arbeitgeber lehnen den geforderten Mindestbetrag ab. Eine voraussichtlich abschließende Verhandlungsrunde ist für am 15. und 16. April geplant.

Bis zu den Osterfeiertagen ist nach Angaben des GEW-Sprechers nicht mit neuen Warnstreiks zu rechnen. Vor der nächsten Verhandlungsrunde solle es jedoch weitere Aktionen geben.