Halle (dpa/sa) - Nach zehnjährigen Verhandlungen ist dem Kunstmuseum Moritzburg der Ankauf eines einzigartigen Objekts der Silberschmiedekunst gelungen. Es handelt sich um ein Lavabo aus dem Spätwerk des halleschen Goldschmieds August Hosse (1657-1732), wie Moritzburg-Direktor Thomas Bauer-Friedrich am Mittwoch sagte.

Ein Lavabo ist ein Waschgeschirr, bestehend aus Teller und Kanne, das zum zeremoniellen Waschen der Hände oder vor repräsentativen Gastmahlen benutzt wurde. "Ein Jahrzehnt verbindet uns mit der Galerie Neuse. Eine lange Zeit, die einen glücklichen Abschluss gefunden hat", sagte Bauer-Friedrich. Das Lavabo war im Besitz einer westfälischen Adelsfamilie, bevor es die Bremer Galerie Neuse erwarb und dem halleschen Kunstmuseum anbot.

August Hosse war laut Museum der bedeutendste hallesche Goldschmied seiner Zeit mit Auftraggebern in ganz Europa. Die umfangreichste Sammlung seiner Werke hat mit bisher elf Arbeiten das Kunstmuseum Moritzburg. Das Museum schätzt, dass vom Gesamtwerk des Goldschmieds nur zwei bis vier Prozent erhalten geblieben sind.

Wer der Auftraggeber für das Lavabo war, ist unbekannt. Möglich wurde die Neuerwerbung durch die Ernst von Siemens Kunststiftung, die das Werk für das Kunstmuseum ankaufte und es ihm als unbefristete Dauerleihgabe überlässt.