Halle (dpa/sa) - Von der klassischen Oper bis zur Mischung mit Rock - damit wollen die Händel-Festspiele auch dieses Jahr wieder Zehntausende Besucher nach Halle locken. Mehr als 1000 Künstler aus aller Welt treten bis zum 16. Juni bei rund 100 Veranstaltungen auf, teilte die Stiftung Händel-Haus am Freitag zum Auftakt mit. Neben Orten wie der Oper und dem Händel-Haus in Halle sind auch die Theater in Bad Lauchstädt und Bernburg mit dabei. Etwa 1,5 Millionen Euro beträgt der Etat der Festspiele, die von Bund, Land und Kommune gefördert werden. Seit knapp 100 Jahren werden sie zu Ehren des Barock-Komponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759) veranstaltet, der in Halle geboren wurde und später nach England übersiedelte.

Die Festspiele stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Empfindsam, heroisch, erhaben - Händels Frauen". Anlass dazu waren laut Intendant Clemens Birnbaum aktuelle Diskussionen zur Gleichberechtigung, wie etwa die #MeToo-Debatte nach Übergriffen auf Frauen im Kulturbereich. Händel lernte in seinem Leben unterschiedliche Frauen aus Adel und Bürgertum kennen, arbeitete mit bekannten Tänzerinnen und Sängerinnen seiner Zeit zusammen.

"Die Abhängigkeit und Unfreiheit der Frauen im gesellschaftlichen Leben des 18. Jahrhunderts steht im krassen Gegensatz zu denjenigen der Frauenfiguren, wie wir sie bei Händel auf der Bühne erleben dürfen", fügte Birnbaum hinzu. Mit diesem Thema beschäftigt sich eine Ausstellung im Händel-Haus ebenso wie eine wissenschaftliche Konferenz während der Festspiele.

Musikalisch gibt es Klassiker wie die Oper "Julius Caesar in Ägypten" oder das Oratorium "Messiah" zu erleben. Neben Stars aus der Opernwelt und international renommierten Barockorchestern tritt unter anderem US-Rocksänger Joe Lynn Turner auf. "Nirgendwo sonst kann man ein derartiges musikalisches Rendezvous der Spitzenklasse und facettenreiches Programm erleben, in dem neben barocker Musik auch interkulturelle Konzerte und Brücken zu Rock, Jazz und elektronischer Musik geschlagen werden", sagte Intendant Birnbaum zum Repertoire.

Einige Veranstaltungen sind der Stiftung Händel-Haus zufolge bereits ausverkauft. Dennoch lohne es sich, nach zurückgegebenen Tickets oder Restkarten zu fragen. Für Familien und Studierende gibt es besondere Angebote. Wer die Händelfestspiele vor Ort nicht miterleben kann, findet einige Konzerte bei Deutschlandradio Kultur, MDR Kultur und online bei Arte Concert.

Programm Händel-Festspiele 2019