Magdeburg (dpa/sa) - Im Verfahren um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle gelten ab sofort deutlich strengere Corona-Regeln. Richterin Ursula Mertens ließ am Dienstag FFP2-Schutzmasken an alle Teilnehmer, Berichterstatter und Besucher des Prozesses austeilen. Die müssen von nun an ununterbrochen getragen werden, zuvor hatten Alltagsmasken gereicht. Ausnahmen sind der Angeklagte, die Richter und die Zeugen während ihrer Aussage.

Mertens ließ sich für die neuen Regeln für den Saal und die Zeugen vom Virologen Alexander Kekulé beraten. Gemäß seiner Empfehlung soll die Sitzung von nun an alle 45 Minuten unterbrochen werden um zu lüften. Gegessen und getrunken werden soll auf den Gängen nur noch dann, wenn ein Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Menschen eingehalten werden kann. Die Justizbediensteten wiesen Besucher und Journalisten bereits vor Sitzungsbeginn auf die neuen Regeln hin und sorgten dafür, dass sich keine Gruppen bildeten.

Das Verfahren um den Anschlag läuft seit Juli. Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, die Synagoge von Halle zu stürmen, um dort am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Massaker anzurichten. Nachdem er nicht in das Gotteshaus gelangte, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss. Der 28 Jahre alte Deutsche Stephan Balliet hat die Taten gestanden und mit antisemitischen, rassistischen Verschwörungstheorien begründet. Der Prozess läuft vor dem Oberlandesgericht Naumburg, findet aus Platzgründen aber in Magdeburg statt.