Halle (dpa/sa) - Wissenschaftler der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina schätzen den von der Bundesregierung geplanten Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid als zu niedrig ein. Der gewählte Einstieg sei zu vorsichtig, um glaubwürdig zu signalisieren, dass in der Klimapolitik ein Neuaufbruch vorgesehen ist, heißt es in einem am Montag in Halle veröffentlichten Kommentar der Forscher. Sie schlugen für die Bereiche Verkehr und Gebäude einen CO2-Preis von 30 Euro je Tonne ab 2020 vor. In den folgenden Jahren solle der Preis jährlich um 10 Euro je Tonne erhöht werden. Ab 2023 sollten mindestens 60 Euro pro Tonne fällig werden.

Das Klimapaket der Bundesregierung schreibt in den Bereichen Verkehr und Heizen ab 2021 den Preis von 10 Euro pro Tonne CO2 vor. Bis 2025 soll der Preis auf 35 Euro steigen und von 2026 an in einem Handel mit Verschmutzungsrechten teils dem Markt überlassen werden, aber zunächst bei 60 Euro gedeckelt sein.

Der im Klimaschutzpaket geplante unabhängige Expertenrat müsse mit einem deutlich stärkeren Mandat ausgestattet werden als derzeit vorgesehen, hieß es zudem. Die Leopoldina empfahl ein Gremium einzurichten, das die Fortschritte bei der Emissionsminderung kontinuierlich und mit Blick auf das gesamte System der Energieversorgung bewertet. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse solle der Rat der Bundesregierung regelmäßig konkrete Maßnahmen vorschlagen, um die Klimaziele zu erreichen.

Mitteilung der Leopoldina