Halle (dpa/sa) - Das Handwerk in Sachsen-Anhalt ächzt unter den Corona-Maßnahmen. "Die Hypothek, die unsere Betriebe seit März 2020 tragen, ist riesig", sagte der Präsident der Handwerkskammer in Halle, Thomas Keindorf, am Mittwoch. Betriebsschließungen, unterbrochene Lieferketten und die "zögerliche Abwicklung" der Aufträge hätten dem Handwerk in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr zugesetzt. Einige Firmen hätten bereits ihr Eigenkapital aufgezehrt.

Die Zahl der Beschäftigten im Handwerk sei zwischen Oktober und Dezember 2020 um 1500 Mitarbeiter auf 67000 im Zuständigkeitsbereich der Kammer gesunken, sagte der Präsident. Am deutlichsten hätten das Kfz-Betriebe gespürt. Neben den Corona-Einschränkungen würden vermehrt ältere Fachkräfte aus dem Arbeitsleben ausscheiden und die Zahl der Betriebe sich seit langem ausdünnen.

Trotz der Berufsbeschränkungen in einigen Gewerken durch die Eindämmungsverordnung des Landes meldeten 41 Prozent der Unternehmen im vierten Quartal wachsende Umsätze im Vergleich zum vorherigen Quartal. Insbesondere im Bau- und Ausbauhandwerk gab es nach Auskunft der Handwerkskammer deutliche Umsatzzuwächse.

Knapp ein Viertel der Betriebe gab sinkende Umsätze an. Neben Umsatzeinbrüchen im Kfz-Handwerk (minus 6 Prozent) sei der Rückgang bei den Friseuren und Kosmetikern mit minus 13 Prozent im Vergleich zum vorherigen Quartal besonders dramatisch ausgefallen, so Keindorf.

Die Erwartungen für das neue Jahr sind je nach Handwerk unterschiedlich: Besonders pessimistisch blicken weiter Friseure und Kosmetiker in die Zukunft. Knapp zwei Drittel erwarten eine schlechtere Geschäftslage als Ende letzten Jahres. Im Bauhaupt- und Ausbauhandwerk glaubt die Mehrheit an eine bessere Geschäftslage.

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