Halle (dpa) - Auch Sicht von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat der rechtsterroristische Anschlag von Halle vor einem Jahr "faktisch alles verändert". "Die gesamte Sicht auf die gesellschaftliche Situation wurde durch dieses furchtbare Attentat und diese Verbrechen beeinflusst", sagte der CDU-Politiker "MDR aktuell". Es würden Maßnahmen ergriffen, dass so etwas "nie wieder" vorkommt.

Jüdische Einrichtungen werden demnach jetzt besser geschützt und jüdisches Leben stärker gefördert. Die Landesregierung habe auch eine Studie in Auftrag gegeben, um die Ursachen des Antisemitismus in Sachsen-Anhalt zu analysieren. Die Erkenntnisse würden in die Bildungspolitik einfließen.

Am 9. Oktober 2019 hatte der schwer bewaffnete Rechtsextremist Stephan Balliet versucht, die Synagoge in Halle am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur zu stürmen und ein Massaker unter 52 Besuchern anzurichten. Als ihm dies nicht gelang, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin vor dem Gotteshaus und in einem nahen Dönerimbiss einen 20 Jahre alten Gast. Auf seiner Flucht verletzte der Deutsche mehrere Menschen teils sehr schwer. Gegen den heute 28-Jährigen aus Sachsen-Anhalt läuft am Oberlandesgericht Naumburg der Prozess.

mdr aktuell-Bericht