Magdeburg (dpa) - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will nach dem Anschlag in Halle zur besseren Identifikation von Gefährdern Erfahrungen mit Israel austauschen. "Ich hatte ein Gespräch mit dem israelischen Botschafter", sagte der Regierungschef in einem Interview der "Leipziger Volkszeitung" (Montagsausgabe). "Er hat angeboten, sich mit uns über die Erfahrungen der Israelis mit radikalisierten Einzeltätern auszutauschen", fügte Haseloff an. Das Angebot wolle er annehmen.

In Halle hatte am 9. Oktober ein schwer bewaffneter Mann versucht, in der jüdischen Synagoge ein Massaker anzurichten. Er scheiterte an einer verschlossenen Tür und erschoss vor dem Gotteshaus eine zufällig vorbeilaufende Frau und kurz darauf einen Mann in einem nahen Dönerladen. Er wurde später festgenommen und räumte ein antisemitisches und rechtsextremes Motiv ein.

"Um so jemandes habhaft zu werden, bevor er zuschlägt, müssen wir auch über Möglichkeiten nachdenken, solche Täter rechtzeitig zu identifizieren", sagte Haseloff. Gleichzeitig räumte er ein, dass Israel eine andere Rechtslage habe. Über eine Lockerung des Datenschutzes in Deutschland müsse diskutiert werden, sagte Haseloff im Interview.