Magdeburg (dpa/sa) - Mit klaren Worten haben sich CDU, Linke, SPD, Grüne und die Landesregierung im Landtag von rechtem Terror und von Antisemitismus distanziert. "Allen muss klar geworden sein, welche Gefahren vom Rechtsextremismus ausgehen", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Donnerstag in einer Landtagsdebatte zum ersten Jahresgedenken an den rechtsterroristischen Anschlag von Halle vorigen Freitag. "Wir müssen alle gemeinsam für ein offenes Klima der Toleranz und gegenseitige Achtung sorgen."

Haseloff warnte davor, den Anschlag als singuläres Ereignis zu verharmlosen, der Antisemitismus sei auch nach 1945 nicht aus Deutschland verschwunden. "Nichts kommt aus dem Nichts", sagte Haseloff. "Hitler war kein Betriebsunfall. Was einmal möglich war und geschehen ist, bleibt denkbar", warnte der Regierungschef. Haseloff und die Redner von CDU, Linken, SPD und Grünen dankten außerdem ausdrücklich für das ehrenamtliche Engagement in der Erinnerung an den Anschlag von Halle und im Kampf gegen Rechts insgesamt.

Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, die Synagoge von Halle zu stürmen, um dort am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Massaker anzurichten. Nachdem er nicht in das Gotteshaus gelangte, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss. Der 28 Jahre alte Deutsche Stephan Balliet hat die Taten gestanden und mit antisemitischen, rassistischen Verschwörungserzählungen begründet und steht wegen der Taten vor G ericht. Der Prozess läuft seit Ende Juli vor dem Oberlandesgericht Naumburg, findet aus Platzgründen aber in Magdeburg statt.