Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Ob die Suche nach einer Wohnung oder nach einem Job: Wer sich etwa wegen seines Geschlechts, seiner ethnischen Herkunft oder seines Alters diskriminiert fühlt, soll sich künftig in Sachsen-Anhalt gezielter Beratung und Hilfe holen können. Zu diesem Zweck hat die Antidiskriminierungsstelle mit Büros in Magdeburg und Halle ihre Arbeit aufgenommen. "Sachsen-Anhalt ist eines der wenigen Bundesländer, wo es noch keine Antidiskriminierungsstelle gab. Uns ist es wichtig, diese Lücke zu schließen", sagte Sozialstaatssekretärin Susi Möbbeck am Freitag in Magdeburg.

Typische Beratungsfälle könnten etwa Alleinerziehende mit mehreren Kindern sein, die eine gewünschte Wohnung nicht bekommen, oder jemand, der bei seiner Bewerbung um einen Job erfolglos bleibt, erklärte Projektleiterin Annett Zehnpfund. Denkbar seien auch Ratsuchende, denen wegen ihrer dunklen Hautfarbe kein Einlass in eine Disco gewährt wird.

Die Berater sollen klären, ob es sich um einen Fall nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz handelt und mit den Betroffenen nach passenden Lösungen suchen. Das kann laut Zehnpfund eine Stellungnahme, eine Entschuldigung oder der juristische Weg sein. Die Antidiskriminierungsstelle verweist auch an Rechtsanwälte und an andere Beratungsstellen. Zudem bietet sie Qualifizierungen zum Thema Gleichbehandlung an, etwa für Personalverantwortliche. Die Stelle ist mit Geld aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert und bis Mitte 2022 befristet.