Magdeburg/Halle/Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Unter freiem Himmel und individuell sowie via Internet ist am Dienstag angesichts der Corona-Beschränkungen das Holocaust-Gedenken organisiert worden. Die Synagogen-Gemeinde Magdeburg stellte einen großen siebenarmigen Leuchter auf und lud bis zum frühen Abend zum individuellen Gedenken an die ermordeten und vertriebenen Juden in Europa ein. Zu den ersten Besuchern gehörte am Morgen Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der auch eine Kerze anzündete. Über Lautsprecher wurden Namen ermordeter Juden verlesen. Um die Corona-Regelungen einzuhalten, verzichtete die Gemeinde auf Reden und Lesungen sowie andere Veranstaltungen.

Der für die Kirchen zuständige Bildungsminister Marco Tullner (CDU) schloss sich dem Gedenken in Magdeburg ebenfalls an. Er erklärte: "Das Gedenken an die Opfer kennt keine Krise. Ich bin dankbar, dass die Synagogen-Gemeinden einen Weg gefunden haben, der Opfer und Vertriebenen zu gedenken. Wir sind alle gefordert, nicht nur an Gedenktagen die Werte von Toleranz, Offenheit und Nächstenliebe nicht nur zu fordern, sondern auch zu leben." In Dessau-Roßlau gab es am Dienstag ebenfalls ein stilles Gedenken an dem Ort, an dem bis zum 9. November 1938 die Dessauer Synagoge gestanden hatte, wie die Stadt mitteilte. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Alexander Wassermann, Oberbürgermeister Peter Kuras sowie weitere Vertreter der jüdischen Gemeinde und der Stadt legten sechs Steine im Gedenken an die sechs Millionen ermordeten Juden nieder.

In Halle übertrug die jüdische Gemeinde ihr Gedenken am Nachmittag via Facebook. Wie in Magdeburg wurden Kerzen angezündet und die Namen der Juden aus dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt verlesen, die von den Nazis getötet wurden. In Halle wurden Videobotschaften und Live-Beiträge zusammengestellt. Der 21. April war in diesem Jahr der nationale israelische Gedenktag für die sechs Millionen Juden, die im Holocaust ermordet wurden. Der Gedenktag fällt auf den 27. Tag des jüdischen Monats Nisan.

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