Halle (dpa/sa) - Einer Online-Umfrage der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) zufolge sehen sich 30 Prozent der befragten Unternehmen stark betroffen von der Coronakrise. "Dieser Anteil ist in den vergangenen Tagen gestiegen. Ein weiteres Drittel gibt an, mäßige oder nur leichte Auswirkungen zu spüren", teilte die IHK am Mittwoch in Halle mit. Beklagt würden vor allem Umsatzeinbußen (57 Prozent), Einschränkungen bei Geschäftsreisen (47 Prozent) und Personalausfälle (35 Prozent). Mehrfachantworten seien möglich gewesen. Laut einem Sprecher hatten bis zu dem erhobenen Zwischenstand 500 Befragte teilgenommen.

Acht von zehn Anrufern bei der IHK-Hotline zur Corona-Krise fragten inzwischen nach finanzieller Unterstützung. "Das Rückgrat unserer Wirtschaft ist existenziell bedroht", warnte IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Brockmeier. "Ohne rasch wirksame staatliche Hilfen werden es viele - vor allem kleine und mittlere - Betriebe in unserer Region nicht schaffen." Drei Viertel der Firmen im südlichen Sachsen-Anhalt hätten fünf oder weniger Beschäftigte, 32 000 seien Einzelunternehmer.

Das Ziel der Landesregierung, die Verbreitung des Virus einzudämmen, begrüße die IHK. "Allerdings bedeuten die Schließungsanordnungen in vielen Bereichen ein faktisches Berufs- und Beschäftigungsverbot." Für die damit verbundenen Einnahmenausfälle müsse es Entschädigungsregelungen geben, forderte Brockmeier.

Umfrage der IHK Halle-Dessau