Magdeburg (dpa/sa) - Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran hoffen Wirtschaftsvertreter aus Sachsen-Anhalt auf die Europäische Union. Es komme jetzt darauf an, wie sich die EU verhalte, sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Magdeburg, Klaus Olbricht. Es sei zu hoffen, dass der Handel hiesiger Unternehmen mit iranischen Partnern weitergehen könne. In jedem Fall mache die Situation den internationalen Handel nicht einfacher.

Das Atomabkommen hatte 2015 zu einer Lockerung der Sanktionen gegen den Iran geführt. Die IHK Magdeburg wisse von etwa 60 Firmen in ihrer Zuständigkeit, die in den vergangenen zwei Jahren Geschäfte in dem Staat angebahnt hätten. 24 Firmen lieferten bereits Produkte.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag erklärt, sein Land werde sich aus dem Abkommen mit Teheran zurückziehen und neue Sanktionen verhängen. Der neue US-Botschafter in Deutschland forderte hiesige Firmen auf, sofort aus dem Iran-Geschäft auszusteigen. Deutsche Wirtschaftsverbände kritisierten diese Äußerung unter anderem als "nicht nachvollziehbar". Sie appellierten an EU und Bundesregierung, die Geschäfte zu schützen. Die Folgen für deutsche Firmen sind aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums noch nicht abzuschätzen.