Aue (dpa) - Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue stellt das regelmäßige Training seiner Profimannschaft vorerst ein. Das erklärte Vereinspräsident Helge Leonhardt am Samstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe dem Trainerteam und den Spielern mitgeteilt, dass zunächst bis Dienstag kein Training stattfindet", sagte Leonhardt.

Der Plan sei, dass anschließend aller drei Tage unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert wird. "Die Situation kann sich allerdings immer wieder ändern. Deshalb werden wir die Lage, die sehr ernst ist, täglich neu bewerten. Wir haben einen unsichtbaren Feind", betonte der 61 Jahre alte Unternehmer.

Er appellierte an die Mannschaft und die Mitarbeiter des Vereins, soziale Kontakte zu vermeiden. "Alle müssen ihren Beitrag leisten, damit sich das Coronavirus nicht weiter ausbreitet. Sollten im Umfeld unserer Angestellten Fälle auftreten, muss dies umgehend an den Club gemeldet werden", sagte Leonhardt. Die Mannschaft habe die Aufforderung mit Verständnis aufgenommen. "Wir müssen bei uns den indirekten Notstand ausrufen, der Fußball ist derzeit absolut zweitrangig. Aber die Arbeit muss weitergehen. Wir werden das geordnet tun", erklärte der Präsident.

Die Absage des Bundesliga-Spieltages durch die DFL am Freitag sei eine absolut "notwendige und vielleicht schon längst überfällige Entscheidung" gewesen. Leonhardt wünsche sich zwar, dass nach einigen Wochen der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird, doch dieses Szenario hält er für wenig realistisch: "Mein Gefühl und meine Erfahrung sagen mir, dass die Saison komplett abgebrochen wird. Vielleicht ist die Krise sogar eine Chance dafür, dass Strukturen geschaffen werden, damit die überbezahlten europäischen Fußballligen zur Normalität zurückkehren."

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