Halle (dpa/sa) - Die Industrie in Sachsen-Anhalt hat durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutliche Einbrüche verzeichnet. Zwischen April und Juni gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,6 Prozent zurück, wie das Statistische Landesamt am Freitag in Halle mitteilte. Zudem verzeichneten die Unternehmen 21,3 Prozent weniger Aufträge. Mit Blick auf das erste Halbjahr sei das Umsatzminus mit 8,5 Prozent nicht ganz so stark.

Zudem wurde im Juni ein Umschwung verzeichnet. Die Umsätze legten im Vergleich zum Mai wieder um 16,4 Prozent zu. Zudem meldeten die Industrieunternehmen ein Auftragsplus von rund 20 Prozent. "Ob darin schon eine Erholung von der Corona-Krise zum Ausdruck kommt, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden", teilten die Statistiker mit.

In Sachsen-Anhalt war wie bundesweit das gesellschaftliche Leben Mitte März größtenteils heruntergefahren worden. Zudem sorgten Engpässe bei den globalen Lieferketten sowie Nachfrageeinbrüche gerade in einigen Industriebranchen für Probleme bis hin zu Produktionsstopps. Seit April wurden die Schutzmaßnahmen stufenweise gelockert. Auch bundesweit zieht die Industrieproduktion wieder an. Für Juni vermeldete das Statistische Bundesamt zuletzt einen Anstieg um 8,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Trotz der negativen Corona-Auswirkungen blieb die Zahl der Beschäftigten in der sachsen-anhaltischen Industrie mit einem Minus von 1,3 Prozent laut den Statistikern im zweiten Quartal relativ stabil. Der notwendige Abbau des Arbeitseinsatzes sei durch die Reduzierung geleisteter Arbeitsstunden realisiert wurden, die um 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgingen.

Mitteilung des Statistischen Landesamts zum Industrieumsatz