Halle (dpa) - Das Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat seine Prognose zum Wirtschaftswachstum in Deutschland für 2019 mit 0,5 Prozent deutlich nach unten korrigiert. Die Konjunktur habe sich global deutlich abgekühlt, in Deutschland nehme sie mit ihrer exportorientierten Wirtschaft nur langsam wieder Fahrt auf, teilte das Institut in Halle am Donnerstag mit. Im Dezember waren die Forscher noch von einem Wachstum von 1,4 Prozent ausgegangen.

Im Winterhalbjahr 2018/2019 sei die globale Wirtschaft aber vor allem aufgrund wirtschaftspolitischer Risiken in eine Schwächephase geraten. Ein wichtiger Grund dafür sei die Unsicherheit darüber gewesen, welche Wendung die Streitigkeiten der US-Regierung mit China und der Europäischen Union nehmen werden. Zudem seien alle Fragen um den Brexit weiter offen. Für 2020 geht das IWH derzeit bundesweit von einem Wachstum von 2,0 Prozent aus (Ostdeutschland: 1,7 Prozent).

In Ostdeutschland rechnet das Institut unterdessen in diesem Jahr mit 0,7 Prozent und damit etwas mehr als bundesweit. Eine Ursache sei die geringere Abhängigkeit der Firmen vom Export im Vergleich zu Unternehmen in Westdeutschland. Die Arbeitslosigkeit gehe in den neuen Ländern schneller zurück als in den alten Ländern. Zuletzt hatten die Forscher auch für Ostdeutschland ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,4 Prozent für 2019 vorausgesagt.

Frühjahrsprognose des Leibnitz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

Prognose des IHW vom Dezember 2018