Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Die Stadt Dessau-Roßlau hat der Jüdischen Gemeinde ein Grundstück für eine neue Synagoge übertragen. An der Festveranstaltung am Donnerstag im Rathaus nahm neben Vertretern jüdischer Gemeinden und der Stadt auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) teil. Er begrüßte die Pläne für den Synagogen-Neubau. Jüdisches Leben habe in Dessau-Roßlau eine lange Tradition und werde damit wieder sichtbar, sagte der CDU-Politiker.

Auch Max Privorozki, Vorsitzender des Landesverbands Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt, nannte das Neubauprojekt einen wichtigen Schritt für die jüdischen Gemeinden im Land. Sie seien ein fester Bestandteil der Gesellschaft, was ihnen am meisten fehle, seien Synagogen.

Zusätzlich zu dem Grundstück erhielt die Jüdische Gemeinde Dessau 195 000 Euro von der Stadt und einen Scheck über 300 000 Euro von der Lottogesellschaft des Landes. Die Gesamtkosten für den Neubau werden nach Angaben der Stadt auf etwa 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Der Baubeginn steht noch nicht fest.

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden die Synagoge, das Gemeindehaus und die Trauerhalle der Dessauer Juden von Nationalsozialisten geplündert und niedergebrannt. Die neue Synagoge soll am alten Ort entstehen.

Landesverband Sachsen-Anhalt