Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt sind Altenpflegekräfte nach Angaben der Barmer häufiger und länger krankgeschrieben als Beschäftigte in anderen Berufen. Die Pflegerinnen und Pfleger fehlten durchschnittlich rund 30 Arbeitstage pro Kalenderjahr, wie die Krankenkasse am Donnerstag in Magdeburg mitteilte. Der Landesdurchschnitt liege hingegen bei 22,1 Tagen. Unterschiede zeigten sich auch beim Krankenstand. Demnach waren von 2016 bis 2018 rund 9,1 Prozent aller Hilfskräfte und 7,4 Prozent der Fachkräfte in der Altenpflege krankgeschrieben.

Zum Vergleich: In anderen Berufen lag der Krankenstand in Sachsen-Anhalt im Schnitt bei 6,2 Prozent. Zudem müssen laut Barmer-Daten Altenpflegekräfte häufiger und länger im Krankenhaus behandelt werden als andere Erwerbstätige, besonders häufig wegen psychischer und Muskel-Skelett-Erkrankungen. Die Arbeitssituation in der Pflege greife die Gesundheit der Beschäftigten massiv an, erklärte Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer.

Arbeitgeber seien gefordert, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dazu gehörten eine angemessene Vergütung, ausreichend Personal sowie möglichst planbare und familienfreundliche Arbeitszeiten. Der Pflegeberuf sei so kraftraubend, dass zudem überproportional viele Beschäftigte nicht bis zur Rente durchhielten, erklärte Wiedemann.

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