Erfurt (dpa) - Der neue Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, hat die gesellschaftliche Bedeutung der Kirche in den Fokus seines ersten Bischofsberichts gestellt. "Im Besonderen haben die Ereignisse in Halle gezeigt, wie wichtig wir als Kirche für unsere Gesellschaft sind", sagte Kramer am Mittwoch in Erfurt bei der Landessynode. Der Aufruf der Evangelischen Kirche in Deutschland, sich nach dem antisemitischen Anschlag von Halle vor Synagogen zu stellen, habe zu einer der größten Solidaritätsaktionen nach einem solchem Angriff geführt.

Es sei deutlich, dass sich die Kirche gegen die Vergiftung der Herzen stark machen müsse. "Und dass wir stark sein können, als Kirche und gemeinsam in dieser Gesellschaft", so Kramer. Richtig sei auch, dass die EKM sich der eigenen Vergangenheit stelle, etwa in der Aufarbeitung des von evangelischen Kirchen in Eisenach gegründeten "Entjudungsinstituts". Während der Nazizeit sollten dessen Mitarbeiter jüdische Bezüge aus der Bibel und kirchlichen Texten entfernen.

Die Landessynode - quasi das Kirchenparlament - tagt bis einschließlich Samstag. Unter anderem stehen der Haushalt und die Propstwahl für den Sprengel Meiningen-Suhl auf der Tagesordnung.

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