Dahlenwarsleben/Leipzig (dpa/sa) - Neuer Rückschlag für die A14-Nordverlängerung: Der Planfeststellungsbeschluss für den rund 11,5 Kilometer langen Abschnitt von Dahlenwarsleben bis Wolmirstedt wird juristisch angefochten. Die Klage sei am 9. Dezember beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingegangen, teilte am Dienstag eine Sprecherin auf Nachfrage mit. Diese stamme von einer Privatperson. Einzelheiten zum Kläger und zu seinen Forderungen könnten erst nach Eingang der Klagebegründung genannt werden. Die Frist, um diese einzureichen, laufe bis 17. Februar 2021.

In der Regel dauert es etwa ein Jahr, bis sich das Gericht mit solchen Verfahren befasst. In ähnlichen Fällen, so bei den Widersprüchen der Umweltschutzorganisation BUND, der Verbandsgemeinde und der Stadt Seehausen gegen den Abschnitt Seehausen bis zur Landesgrenze, hatten sich die Planungsbehörden mit den Klägern gütlich geeinigt. Gleiches gilt für die Klage einer Privatperson gegen die Planungen für den Abschnitt Lüderitz - Stendal. Ob sich auch diesmal wieder ein Kompromiss finden lässt, ist offen.

Die Planungen für den Abschnitt Dahlenwarsleben - Wolmirstedt, der auch eine Anschlussstelle Haldensleben beinhaltet, waren besonders langwierig und aufwendig. Zahlreiche Einwendungen wurden berücksichtigt. Anspruchsvollstes und umstrittenstes Bauwerk ist eine Brücke über den Mittellandkanal. Laut Verkehrsprognose sollen nach Fertigstellung täglich rund 36 000 Pkw und 7800 Lkw diesen Abschnitt der A14 befahren. Für die Ortslage Samswegen sind zwei Lärmschutzbauwerke vorgesehen.

Erst am Montag hatte das Landesverkehrsministerium mitgeteilt, dass nun auch der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Osterburg - Seehausen vorliegt. Damit besteht Baurecht für die komplette A14-Nordverlängerung in Sachsen-Anhalt. Allerdings läuft auch hier noch eine Klagefrist. Im Bau befindet sich derzeit der Abschnitt von Tangerhütte bis Lüderitz. Für die Abschnitte von Lüderitz bis Osterburg laufen die Bauvorbereitungen. Auf knapp 14 Kilometern zwischen Wolmirstedt und Tangerhütte ist die A14-Nordverlängerung in Sachsen-Anhalt bereits befahrbar. Die Nordverlängerung soll einst Magdeburg mit der Ostsee verbinden.