Stuttgart (dpa) - Das Stuttgarter Landgericht hat am Donnerstag die erste Schadenersatzklage gegen den Lastwagenhersteller Daimler wegen seiner Beteiligung am Lkw-Kartell verhandelt. Ein Recyclingunternehmen aus Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) warf dem Konzern vor, mit den anderen Nutzfahrzeugherstellern Preise abgesprochen zu haben. Infolge dessen sei unter anderem beim Kauf von zwei Lastwagen für den Käufer ein Schaden entstanden. Dessen Höhe bezifferte der klagende Betrieb zunächst nicht. Daimler wies die Forderung als unbegründet zurück.

Das Landgericht will voraussichtlich am 18. Mai eine Entscheidung verkünden. Hintergrund des Streits ist folgender: Von 1997 bis 2011 tauschten nach Feststellung der EU-Kommission die Lastwagenhersteller MAN, Daimler, Volvo/Renault, DAF, Iveco und Scania untereinander Informationen aus. Es ging um Preise und die Einführung klimaschonender Technik. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten das als Kartell und verhängten Geldbußen in einer Gesamthöhe von fast vier Milliarden Euro. Die höchste Einzelstrafe mit rund einer Milliarde Euro musste Daimler bezahlen.

Daimler AG