Magdeburg (dpa) - André Poggenburgs Hetzrede gegen Türken ist aus Sicht eines Experten nur ein vorgetäuschter Grund für den Rückzug des AfD-Spitzenpolitikers. Der Fraktions- und Parteichef in Sachsen-Anhalt habe zuletzt auch Leuten Angst gemacht, die ihm politisch nahestünden, sagte Politpsychologe Thomas Kliche der Deutschen Presse-Agentur. Jetzt schlachte die AfD im Nachhinein eine persönliche Querele politisch aus. Ein Anzeichen, dass sich die Partei künftig mäßige, sieht Kliche darin nicht. "Die letzten Landtagsreden der AfD waren kaum weniger hasserfüllt und geschmacklos wie Poggenburgs Aschermittwochsrede", sagte Kliche.

Poggenburg hatte am Donnerstag angekündigt, seine Doppelfunktion als Partei- und Fraktionschef Ende des Monats aufzugeben. Zuvor war bekanntgeworden, dass ihm die Magdeburger AfD-Landtagsfraktion nach einer Debatte um seinen Auftritt beim Politischen Aschermittwoch das Vertrauen entzogen hatte. Der 42-Jährige hatte dort die Türkische Gemeinde pauschal als "Kameltreiber" und "Kümmelhändler" beleidigt. Der AfD-Bundesvorstand begrüßte Poggenburgs Rückzug.