Berlin/Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt sind in diesem Jahr knapp 4200 Anträge (genau 4199) auf Einsicht in Stasi-Akten gestellt worden (Stand 30. November). Das Interesse der Menschen an der Vergangenheit sei noch immer hoch, gehe aber im Vergleich zu früheren Jahren zurück, sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der Deutschen Presse-Agentur.

In den beiden Außenstellen der Bundesbehörde wurde in Sachsen-Anhalt im Jahr 2019 - dem 30. Jahr des Mauerfalls - noch 7057 Mal beantragt, in Papiere zu schauen, die die DDR-Staatssicherheit rechtswidrig über Menschen anlegte. Im Schnitt kämen zwei Drittel der Anträge von Menschen, die den Blick in die Vergangenheit zum ersten Mal wagen wollten. Ein Drittel seien Wiederholungsanträge, da jetzt die Akten weiter erschlossen seien als etwa in den 1990er Jahren.

1992 war das Interesse an der persönlichen Akteneinsicht riesig, die mit der neu gegründeten Stasi-Unterlagen-Behörde möglich wurde. In dem Jahr wurden allein in Sachsen-Anhalt 80 451 solcher Anträge registriert. Bis heute summiert sich die Zahl der Anträge, die in den Außenstellen der Bundesbehörde in Magdeburg und Halle gestellt wurden, auf 421 467.

Die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit sei nicht abgeschlossen, betonte Jahn. Die Stasi-Akten, die 2021 unter das Dach des Bundesarchivs kommen, bleiben zugänglich, so der frühere DDR-Oppositionelle.

Stasi-Unterlagen-Behörde