Köthen (dpa/sa) - Bach war schon hier, aber auch die Polizei und ein Gefängnis: In der wechselvollen Geschichte von Schloss Köthen wollen Kulturschaffende ein neues Kapitel aufgeschlagen. "Es soll Freiraum für Neues bieten, für Ideen, "schräge Vögel", ein lebendigerer Ort für ein neues Miteinander, ein kreatives Kraftzentrum sein", sagte ein Sprecher der Kulturinitiative Köthen 17_23 am Dienstag. Dazu diene das Kunstprojekt "Blickwechsel".

Dafür wurden Menschen aus der Region aufgerufen, ihre ganz persönlichen "Schlossgeschichten" zu erzählen. Künstler wollen mit Installationen, Film- und Textbeiträgen aus verschiedenen Blickwinkeln Perspektiven für das Anwesen aufzeigen. Das Kunstprojekt soll dort am 5. Mai präsentiert werden. Um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, wird eine lange Tafel aufgestellt, "um alle an einen Tisch zu bekommen", wie der Sprecher sagte.

Die Idee für den Namen der Kulturinitiative Köthen 17_23 entstand den Angaben zufolge aus dem Aufenthalt des Komponisten Johann Sebastian Bach (1685-1750) in der Stadt. Er war hier von 1717 bis 1723 Kapellmeister am Hof des Fürsten Leopold. In Köthen komponierte Bach unter anderem die Brandenburgischen Konzerte sowie Suiten und Sonaten für Violine. Nach Köthen zieht es bis heute Fans der Barockmusik, so zu den Bach-Festtagen sowie Wettbewerben für junge Musiker.

Bach in Köthen

Köthener Bachgesellschaft

Das Schloss Köthen und seine Geschichte