Halle (dpa/sa) - In und um Halle spitzt sich die Lage in den Kliniken angesichts der Corona-Pandemie zu. Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) sagte am Montag, in vier von insgesamt sechs Krankenhäusern stehe die Ampel auf Rot, in zwei auf Dunkelgelb. "Das bedeutet, dass das Personal fehlt und mittlerweile dann auch ausgeht, weil immer mehr Patienten dazukommen". Den Angaben nach werden in Halle derzeit 194 Menschen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt, davon 42 Menschen auf einer Intensivstation.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen betrug in Halle 245,32 und lag damit weit über dem Bundesdurchschnitt. Der deutschlandweite Inzidenzwert betrug dem Robert Koch-Institut zufolge am Montagmorgen 157,8. Der Oberbürgermeister der Stadt appellierte zugleich eindringlich an medizinisches Personal im Ruhestand, an Medizinstudenten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, die Kliniken zu unterstützen. Dies betreffe alle fünf Krankenhäuser in Halle und ein Krankenhaus in Merseburg. Die Stadt stehe mit dem Saalekreis in Verbindung. Der Landkreis hatte zuletzt die höchste Zahl der registrieren Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche in Sachsen-Anhalt.

Wiegand zog eine positive Bilanz für den Start der Impfungen gegen das Virus in Alten- und Pflegeeinrichtungen und in Krankenhäusern. Die Stadt erwarte für Mittwoch eine weitere Lieferung von 1950 Impfdosen. Davon seien 50 Prozent für die zweite Impfung vorgesehen. Unterdessen wurden in Halle am Montag 84 neue Corona-Infektionen registriert. Insgesamt lag die Zahl der nachweislich Infizierten aktuell bei 928 Menschen. Seit dem Ausbruch der Pandemie seien in Halle an oder mit dem Coronavirus 69 Menschen gestorben.

Statement des Oberbürgermeisters Bernd Wiegand am 28. Dezember

Informationen des Landes Sachsen-Anhalt zur Corona-Lage