Magdeburg (dpa/sa) - Der Gesundheitskonzern Ameos hat sich im Streit um Tariflöhne gegen den Vorwurf gewehrt, seine Mitarbeiter schlecht zu bezahlen. "Es ist eine Mär, dass bei uns weniger bezahlt würde", sagte Ameos-Vorstandschef Axel Paeger am Montagabend in der MDR-Sendung "Fakt ist". "Natürlich bezahlen wir die Fachkräfte wie anderswo auch, sonst wären sie ja weg", sagte Paeger.

Die Gewerkschaft Verdi wirft Ameos vor, monatlich bis zu 500 Euro weniger zu bezahlen als andere Krankenhaus-Betreiber. Diese Differenz erklärte Paeger mit einer freiwilligen Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 35 Stunden. "Der Unterschied, der durch die Presse geht von 400 oder 500 Euro, liegt genau an dem Unterschied zwischen 35 und 40 Stunden", sagte der Konzernchef. Außerdem nannte Paeger deutlich geringere Zahlen zur Teilnahme an den Streiks. "Es sind vier Prozent der Mitarbeiter, die im Moment streiken. 96 Prozent gehen zur Arbeit. Wir reden über 160 von 4000."

Verdi widersprach der Darstellung des Arbeitgebers. "Dass 500 Euro eine Differenz von fünf Stunden Arbeitszeit pro Woche ausmachen, ist Quatsch", sagte Verdi-Streikleiter Bernd Becker der Deutschen Presse-Agentur. Hochgerechnet auf den Monat würde das einen Stundenlohn von 23 Euro und einen Monatslohn von 3500 bedeuten, rechnete der Gewerkschafter vor. "Dann würden wir nicht streiken." Auch zur Zahl der Streikenden machte Becker deutlich andere Angaben. Allein am Montag hätten sich 400 Mitarbeiter in die Streiklisten eingetragen.

An den Ameos-Krankenhäusern wird seit Anfang voriger Woche gestreikt. Die Beschäftigten in Aschersleben, Staßfurt, Haldensleben, Schönebeck und Bernburg fordern einen Tarifvertrag, den lehnt Ameos bisher strikt ab. Stattdessen will der Konzern seinen Mitarbeitern Einzelverträge mit moderaten Lohnsteigerungen anbieten.

Sendung "Fakt ist"