Leipzig (dpa) - Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die Zugkapazitäten im Netz der Mitteldeutschen S-Bahn als völlig unzureichend kritisiert. Allein auf der viel genutzten Pendlerstrecke Halle-Leipzig müsste es doppelt so viele Wagen geben, sagte Verbandsvertreter Carsten Schulze. "Das reicht hinten und vorne nicht."

Die öffentliche Hand sei gefragt, mehr Geld für weitere Züge zur Verfügung zu stellen. Trotz steigender Nachfrage auf den Strecken der Mitteldeutschen S-Bahn gebe es da seit fünf Jahren kaum Bewegung.

Allein auf der Strecke Leipzig-Halle sind jeden Tag 12 000 Fahrgäste unterwegs, wie die Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt (Nasa) mitteilte. Das seien zehn Prozent mehr als in den drei Jahren zuvor. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag gibt es zwar vier statt drei S-Bahnen pro Stunde und Richtung zwischen beiden Uni-Städten. Weil es aber keine zusätzlichen Wagen gibt, fahren einige Bahnen künftig mit einem statt zwei Zugteilen.

Die Mitteldeutsche S-Bahn verbindet seit 2013 zahlreiche Städte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das Netz wurde in den vergangenen Jahren erweitert und reicht von der Region Leipzig-Halle-Altenburg bis nach Magdeburg, Wittenberg und Dessau-Roßlau.

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